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Die Spanische Fliege als Potenzmittel und Reizgift

Bekannt ist der Käfer vor allem durch das als Potenzmittel genutzte Pulver, welches aus den zermahlenen Käfern besteht und ebenfalls als Spanische Fliege bezeichnet wird. Dieses enthält den Wirkstoff Cantharidin, benannt nach der Käfergattung Cantharis, zu der die Spanische Fliege früher gezählt wurde. Im Rahmen der Homöopathie und Tierhomöopathie wird es unter der Bezeichnung „Cantharis vesicatoria“ eingesetzt. Cantharidin kommt auch bei einer Reihe weiterer Arten der Ölkäfer sowie bei anderen Käferfamilien vor. Es ist ein starkes Reizgift, für Fressfeinde wie Igel, Fledermäuse, Frösche oder Vögel ist es ungefährlich. Es wird nur von den männlichen Käfern synthetisiert. Weibchen erhalten das Gift während der Paarung von den Männchen aus Ektadien und geben es ihrerseits an die Eier zum Schutz vor Fressfeinden weiter.[3] Eine Potenzsteigerung wird dem Mittel durch eine massive Reizung der Harnwege nachgesagt, welche zu einer starken Erektion bis hin zu einer schmerzhaften Dauererektion führen kann. Das sexuelle Verlangen kann durch die Einnahme der Spanischen Fliege gesteigert werden, sie ist somit ein Aphrodisiakum. Auch der deutsche König Heinrich IV. (1050–1106) riskierte für die Potenz seine Gesundheit und konsumierte die Spanische Fliege. Bei Überdosierungen kann das Zentralnervensystem angegriffen werden. Die in der Schweiz erhältlichen Präparate mit der Bezeichnung «Spanische Fliege» oder «Spanische Tropfen» stellen bei einer normalen Anwendung jedoch keine Gefahr dar, da sie den Wirkstoff tatsächlich nur in homöopathischer Dosierung enthalten. In den USA ist der Verkauf und die Anwendung von Präparaten mit dem Wirkstoff Cantharidin verboten. Die Präparate werden gegen Erkrankungen der Nieren und Harnwege verwendet. Früher wurden insbesondere die getrockneten Flügeldecken für medizinische Zwecke, beispielsweise zur Herstellung blasenziehender Cantharidenpflaster, genutzt.